PODIUM ESSLINGEN
PODIUM ESSLINGEN
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PODIUM Salon

So.01 Mai
15:00 Uhr
Altes Rathaus & Entenmanns
Eintritt frei

Der Salon, das war ein Ort des Austauschs. Die Gesellschaft kehrte ein ins Private und ließ dort für kurze Zeit die Hierarchien hinter sich. Mit einem neuen Format, dem PODIUM Salon mit Minikonzerten für alle, greift PODIUM am ersten Festival-Wochenende diese Idee auf und erinnert gleichzeitig daran, dass diese historischen Salons einst auch Orte der Emanzipation waren, an denen Frauen vor Publikum spielen und ihre Kompositionen zu Gehör bringen durften. Bei den verschiedenen Minikonzerten, die sich an unterschiedliche Zielgruppen richten, steht deshalb jeweils ein musikalisches Werk einer Komponistin auf dem Programm; nach dem Konzert kommen Publikum und Musiker*innen ins Gespräch. Der Eintritt ist frei. Je nach Salon gibt es unterschiedliche Speisen und Getränke zu kaufen.

Anmeldung unter tickets@podium-esslingen.de

PODIUM fürchtet 2022 zwar nicht die epische Note; das nimmt dem Festival aber nicht die Lust an der kleinen Form. Mit den in der Stadt verteilten Salons wird ein neues Format etabliert, das klassische Musik für Menschen noch nahbarer macht: Familienfreundlich, mit einem jeweils ganz individuellen, z.T. regionalen und biologischen Angebot an Speisen und Getränken, steht nicht das stille Zuhören im Vordergrund, sondern das Gespräch – nicht nur zwischen den Gästen, sondern durch die intimen Settings auch zwischen Musiker*innen und Publikum.

Der Salon, das war vor allem in der Zeit des erstarkenden Bürgertums ab dem 18. Jahrhundert ein Ort des gesellschaftlichen und künstlerischen Austauschs. Die Gesellschaft kehrte ein ins Private und ließ dort für kurze Zeit die Hierarchien hinter sich. So wurde der Salon ein emanzipativer Ort – aber auch ein goldenes Gefängnis, aus dem heraus keine Revolution geführt werden konnte. Für viele Komponistinnen und Musikliebhaberinnen war der Salon aber einer der Orte, an dem sie dem nachgehen konnten, was draußen als unschicklich galt. Künstlerinnen aus den Epochen der Klassik, der Romantik und des Biedermeiers fanden hier einen Raum, Werke aufzuführen, die sonst ungehört geblieben wären. Fanny Hensel führte in ihren legendären Berliner „Sonntagsmusiken“ nicht nur eigene Werke auf, sondern agierte auch als Kuratorin, Orchesterleiterin und Solistin. Ihre Zeitgenossin Emilie Mayer gehört zu den produktivsten Komponist*innen der Romantik - auch sie wurde in Berlin zu einer Säule der Salongesellschaft.

Mit der Reihe der PODIUM-Salons werden Komponistinnen wie Mayer und Hensel vorgestellt. Anders als im 19. Jahrhundert werden die Türen dabei für alle geöffnet. Intimität ist nämlich nicht gleichbedeutend mit Privatheit: Diese Salon-Konzerte sind ein Geschenk von PODIUM an die Stadt - Orte des Zusammenkommens, des Kennenlernens und des Gesprächs.

Foto: Verena Ecker





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