#bebeethoven Konzerte & Performances Bonn

Das Projekt #bebeethoven entstand im Jahr 2017 aus der Idee, einen radikal neuen Zugang zum Jubiläum des 250. Geburtstags Ludwig van Beethovens zu finden: Im Beethovenjahr 2020 eben nicht nur die Musik des Komponisten zu feiern, sondern auch seine Herangehensweise an das Komponieren, an das Material, die Technik seiner Zeit. Zwölf junge, aufstrebende Künstler*innen und Musikprojekte wurden für ein Fellowship-Programm – maßgeblich gefördert von der Kulturstiftung des Bundes – von PODIUM Esslingen zusammen mit sechs renommierten Partnern ausgewählt. Die Fellows haben danach drei Jahre lang an ihren künstlerischen Visionen gearbeitet, eigene Ansätze entwickelt, um für sich selbst Zugänge zu Erbe und Zukunft der Musik zu finden, ohne den üblichen Druck des Betriebes und der traditionellen Förderstrukturen. Das erklärte Ziel bei #bebeethoven: Nicht das planmäßige Erreichen eines bestimmten Ziels sollte im Vordergrund stehen, sondern die künstlerische Entwicklung des einzelnen Fellows, das Ausdifferenzieren einer eigenen künstlerischen Handschrift, die von den Künstler*innen selbst konzipierten Projekte.

Im Rahmen der von BTHVN2020 geförderten #bebeethoven – Konzerte & Performances wurden vom 16. bis 24. Oktober 2020 die Abschluss-
projekte der zwölf Fellows präsentiert. Die Konzertveranstaltungen und zwei Performances/Installationen fanden in der Bundeskunsthalle, der Aula der Universität Bonn, der Kirche St. Hildegard sowie im Kammermusiksaal des Bonner Beethovenhauses statt, sie intervenierten aber auch im öffentlichen Raum, etwa bei der Performance des Duos Quadrature, das den Bonner Post-Tower mit optischen Signalen bespielte oder beim musikalischen Flashmob der Musiker*innen des STEGREIF.orchesters, die mit ihrem Spiel auf der Freitreppe des Alten Bonner Rathauses für große Aufmerksamkeit sorgten.

Zusammen mit der #bebeethoven-Ausstellung im Beethovenhaus und den Aktionen im öffentlichen Raum entstand so in nur knapp zwei Wochen ein dichtes Bild zur Zukunft klassischer Musik.

Matthias Halvorsen

Schubert Instrumental Convergence

Fotos: Christoph Pueschner / Zeitenspiegel

Im Projekt C.R.E.D.O. von Quadrature horchte eine KI mit einem aufwändig selbst gebauten Radioteleskop nach Daten aus dem All und machte sie zu Musik.

 

Matthias Halvorsens »La Bohème« denkt Pucccinis altbekannte Oper völlig neu: Als instrumentales Duett, das die handlungstragenden Charaktere und musikalische Motive maximal verdichtet.

 

Das Projekt »1920« von Iñigo Giner Miranda setzte sich als Ziel, den Beginn des Jahrzehnts in seiner Vielstimmigkeit zu zeigen und entdeckte dabei zahlreiche Parallelen zur heutigen Zeit, von feministischer Kampfeslust bis zur Klage über Wohnungsnot, die nicht nur in der Musik, sondern auch in Form von Found Footage in Bild und Ton vermittelt wurden.

 

»On Palestrina« lässt das Publikum die Musik ganz neu hören, indem es Johann Günthers Ohr vorschaltet. Die Zuhörenden waren direkt mit dem Mischpult verbunden und konnten die Musik in einem ganz neuen plastischen, hochgradig intimen Klang erleben.

 

Elina Albachs Produktion »Vespers & Dreams« verbindet eine Vesper von 2015 – Missy Mazzolis »Vespers for a New Dark Age« – mit Monteverdis Marienvesper von 1610. Zwei Vespern als Überlegungen zu Schwellen, zwei Vespern als Musik für Rituale.

 

»Instrumentale Konvergenz« bedeutet: Eine künstliche Intelligenz eignet sich diejenigen Werkzeuge und Instrumente an, die sie zur Durchführung ihrer Pläne braucht. Welche Persönlichkeiten die KI aus diesen Datensätzen entwickelte und wie diese sich unter Zuhilfenahme der Instrumente auf der Bühne verhalten, ob bei diesem Experiment der Effekt der Überraschung, der Harmonie oder der Bedrohung überwiegt, wurde erst im Moment der Aufführung offenbar. In Bonn hatte Alexander Schuberts »Instrumental Convergence« etwas Bedrohliches: Menschen spielten mit ihren Avataren, die Technik übernahm die Kontrolle.

 

Mit der Methode der produktiv scheiternden Mimesis und Instrumentenkonstellationen jenseits westlicher Harmonien stellt das Trickster Orchestra die Frage, wie das Neue in die Welt kommt. In der Bundeskunsthalle forderte Elisa Erkelenz das Publikum mit ihrem Klang zwischen elektronischer Musik und Neuer Musik, klassischen Musiktraditionen der ganzen Welt, Jazz, Weird Pop, Hip Hop und freier Improvisation heraus.

 

In »Beat Machines« kann sich Koka Nikoladze selbst per Video-Sampling auf einer Leinwand steuern. Vorab eingespielt sind Clips mit analog erstellten Beats, die er, mit live aufgeführten georgischsprachigen Rap-Parts, zu hochgradig ansteckenden Grooves zusammenschraubt.

Videos: Matthias Heuermann und Simon Höhne

#bebeethoven Konzerte & Performances in Bonn ist ein Projekt von BTHVN2020 und PODIUM Esslingen, das 2019 / 2020 verwirklicht wurde; das Projekt wurde u.a. unterstützt vom Land Nordrhein-Westfalen, der Stadt Bonn und zahlreichen Paten aus dem Bonner Beethoven-Netzwerk.

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